Sprachunterricht mal etwas anders

Langweiliger und trockener Sprachunterricht? Nein, davon kann in der HLW-Deutschlandsberg keine Rede sein, denn dort heißt es nach vier Jahren Theorie auf in die Praxis, sprich auf zu einem einwöchigen Sprachenaufenthalt.

Nach vier Jahren büffeln von Grammatik, Vokabeln und alltäglicher Phrasen im Italienisch-, Spanisch- und Französischunterricht kam es im 5. Jahrgang zur Bewährungsprobe: ein einwöchiger Aufenthalt im jeweiligen Land. Dadurch hatten wir Schüler die Möglichkeit unser Erlerntes in der Praxis umzusetzen und die Sprache hautnah mitzuerleben.

So führte die „Franzosen“ ihre Reise nach Paris und Nizza, die „Italiener“ nach Rom und uns „Spanier“ in das wunderschöne Sevilla. Nach vier Stunden Flugzeit und einem Zwischenstopp auf Mallorca landeten wir am Sonntag, dem 20.Oktober, in Sevilla. Dort angekommen, machten wir uns mit einem etwas unsicheren Gefühl auf zu unseren Gastfamilien, von denen wir schon erwartet wurden. Trotz eines mulmigen Gefühls und anfänglichen Verständigungsproblemen, fühlten wir uns durch die herzliche und aufgeschlossene Art der Spanier sofort willkommen.

Nachdem wir uns etwas eingewöhnt hatten, mussten wir auch schon die nächste Hürde bewältigen, diese war, den Weg zur Sprachschule ausfindig zu machen, wo wir uns mit Fr. Professor Mathauer und Fr. Professor Schwarz treffen sollten. Trotz der schmalen, endlosen und gleich aussehenden Gassen Sevillas, die die Orientierung sehr erschwerten, gelang es allen, rechtzeitig anzukommen. So konnten wir auch sogleich zum ersten Stadtrundgang starten. Fr. Professor Schwarz, die als unsere Stadtführerin fungierte, zeigte uns den Parque Maria Luisa, das Rathaus, den Plaza España und half uns unter anderem, uns besser zu orientieren. Danach hieß es, ab nach Hause und die wohlverdiente Ruhe genießen.

Pünktlich um 9:00 Uhr begann am nächsten Tag mit dem Klang einer Schulglocke unser Sprachunterricht. Dieser setzte sich aus zwei Stunden Konversation und zwei Stunden Grammatik zusammen. Unsere beiden Lehrer José Luis und Mercedes gaben in ihren Unterrichtsstunden Vollgas und versuchten, uns so viel wie möglich von ihren Sprachkenntnissen mitzugeben.

In den nächsten Tagen besuchten wir vormittags regelmäßig die Schule und nachmittags hatten wir die Möglichkeit, unsere Kenntnisse gleich im alltäglichen Leben umzusetzen. Unsere Reise nach Sevilla war also einerseits ein Sprachaufenthalt, andererseits aber auch eine Kulturreise, denn an den Nachmittagen besichtigten wir den Königspalast, den Real Alcazar, nahmen an einer Kochstunde und an einer Schifffahrt am Guadalquvivir teil. Außerdem besuchten wir eine Flamenco Aufführung. Erwähnenswert sind auch unsere täglichen „Shoppingeskapaden“. Schließlich erlebten wir auch noch die mitreißende Atmosphäre einer Stierkampfarena.

Alles in allem war unser Sprachaufenthalt in Sevilla ein richtiges Erlebnis. Es war faszinierend, eine andere Kultur kennenzulernen und sehr spannend, die über Jahre erlernte Sprache im realen Leben anzuwenden. Auch hat diese Form des Sprachunterrichts eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag in Österreich dargestellt.